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Die Malerei zählt neben
der Architektur, Bildhauerei, Graphik und dem Kunstgewerbe
zur Bildenden Kunst.
Der Begriff Kunst bezeichnet heute im engeren Sinne
die Elemente der menschlichen Kultur, die nicht primär
durch ihre Zweckmäßigkeit, sondern durch
ihre begriffene Ästhetik Wert für den Menschen
entfalten. Im zusätzlichen und früher gebräuchlichen
Sinne bezeichnet die Kunstfertigkeit, also ebenso Dinge
der menschlichen Kultur, die zweckmäßig sind
und gerade durch ihre Zweckmäßigkeit eine
über die Funktion herausgehende Schönheit
entwickeln, wobei Kunst im engeren Sinn dann als Schöne
Künste bezeichnet wird.
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Acrylmalerei |
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Acrylfarben sind ein recht
junges Malmaterial, wegen ihrer Vielseitigkeit und leichten
Verarbeitung heute aber nicht mehr aus der Malerei wegzudenken.
Acrylfarben (oder -lacke) basieren auf wasserverdünnbaren
Kunststoffdispersionen, die zu einem wasserfesten Film
austrocknen. Acrylfarben sind alterungsbeständig
und widerstandsfähig. Diese auf der Basis von polymerisierten*1
Acrylsäureestern hergestellten Produkte sind zuerst
um 1950 in den USA, später auch in Europa von Künstlerfarbenfabriken
für den Gebrauch des Malers hergestellt worden.
Acrylfarbe wird manchmal anstelle von Wasserfarbe verwendet,
da getrocknete Acrylfarbe der nassen Farbe ähnlicher
sieht. (Acrylfarbe ist trocken meist dunkler, während
Wasserfarbe besonders für ungeübte Künstler
unvorhersehbar heller trocknet.)
Acrylfarbe kann ebenso als Alternative zu Ölfarbe
verwendet werden, da sie deutlich schneller trocknet.
Ölfarbe, die aus Pigmenten in einer Ölbasis
(normalerweise Leinsamen oder ein anderes natürliches
Öl) besteht, kann sehr lange zum Trocknen benötigen.
Acrylfarben sind allerdings in der Farbauswahl stärker
beschränkt und glänzen leicht plastikartig,
wenn sie trocken sind.
Acrylfarben lassen sich auf viele verschiedene Oberflächen
auftragen und mit Terpentin, Salmiakgeist, Alkohol oder
Waschbenzin entfernen.
Die Farben lassen sich vermalen und verspachteln, mit
verschiedensten Pasten und Gelen anreichern und ermöglichen
auch als Basis für Collagen nahezu unbegrenzte
kreative Möglichkeiten. Anfänger eher klassischer
Maltechniken, wie der Lasur oder der Nass-in-nass-Technik
kommen ebenso auf ihre Kosten wie experimentierfreudige
"junge Wilde". Sie können direkt aus
der Tube, bzw. Flasche verwendet, aber auch mit Wasser
verdünnt werden. Dabei können fast alle Materialien,
sofern sie sauber, staub- und fettfrei sind, als Untergrund
dienen. |
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*1
Die Kettenbildung, d.h. die Verbindung einzelner Monomere,
geschieht durch Polymerisation, Polykondensation oder
Polyaddition. Dabei verbinden sich die so genannten Monomere
zu Polymeren.
Polymere aus unterschiedlich gebauten Monomeren nennt
man Heteropolymere oder Copolymere.
Die meisten Kunststoffe sind Polymere, bei denen der Kohlenstoff
für die Kettenbildung sorgt. |
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Ölmalerei |
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Die Ölmalerei ist die künstlerische
Malerei mit Ölfarben auf der Basis des Malmittels
Öl - in der Regel Leinöl.
Ölfarbe ist eine Sammelbezeichnung für Anstrichstoffe
und Malfarben auf der Grundlage von trocknenden Ölen
als Bindemittel. Die für Ölfarben verwendeten
trocknenden und halbtrocknenden Öle sind: Leinöl,
Mohnöl, Walnussöl, Hanföl, Sonnenblumenöl,
Safloröl, Rizinusöl, Perillaöl, Holzöl
(Tung-, Chin. Holzöl), Oiticicaöl. Farbpigmente
werden dem Öl beigegeben, um die gewünschten
Farben zu erhalten.
Diese Form der Malerei entstand nach und nach im 15. Jahrhundert
auch aus dem Bedürfnis heraus, die Grenzen der eher
linear betonten Technik der Temperamalerei zu überwinden.
Die ältesten bekannten Rezepte finden sich im Straßburger
Manuskript.
Die entscheidende Vervollkommnung dieser neuen Technik
und wesentliche Impulse zu deren Verbreitung werden vor
allem Jan van Eyck zugeschrieben. Antonello da Messina
brachte sie nach Italien, wo sie sich zunächst wesentlich
langsamer als in Nordeuropa verbreitete. Noch während
des 16. Jahrhundert war es dort üblich, die Technik
mit Temperafarben zu kombinieren, aber auch andere Maler
wie beispielsweise Rubens verwendeten parallel Temperafarben.
Als Malgrund dient in der Regel eine Temperaschicht auf
Holz oder Leinwand in weiß oder in Form einer Untermalung,
auf die pastöse, deckende, halbdeckende, "nass-in-nass"
oder lasierende Ölfarben mit Pinsel oder (vor allem
in der Moderne) mit Malspachtel und direkt aus der Tube
Ölfarbe aufgebracht werden. Die lange Trocknungszeit
des Malmittels erlaubt es, dass die Farben bis zu ca.
2 Tage lang vermalbar und damit korrigierbar bleiben.
Dass die Ölmalerei als "klassische Königsdisziplin"
der Kunst gilt, liegt vor allem an den guten Eigenschaften
des überwiegend verwendeten Malmittels Leinöl
(fast immer zusammen mit Terpentin). Um dessen Eigenschaften
weiter zu verbessern und um bei der Alterung Rissbildung
und Vergilben zu vermeiden, wird das Gemälde nach
vollständiger Trocknung und Aushärtung (oft
erst nach über 1 Jahr) meist mit einem Firnis überzogen
- man unterscheidet hierbei Zwischenfirnisse und Schlussfirnisse.
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Mischtechnik |
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Mischtechnik ist das Verwenden
von verschiedenen Bindemitteln im Innern eines Bildes.
Otto Dix war z.B. Meister dieser Technik. Er malte in
die nasse Ölfarbe mit einer Ei- Tempera- Farbe und
erreichte damit seine farbliche Tiefe. Ein zusätzliches
Beispiel ist die niederländische Barockmalerei, die
Ölfarbe mit Harzen versetzten um den emailleartigen
Tiefenglanz zu erzielen.
HD bevorzugt die Mischtechnik Acryl und Öl, wobei
das Werk in Acryl gemalt und mit Öl in Szene gesetzt
wird. Da Acryl eher stumpf und dunkel wirkt, kommen so
die Farben zum Leuchten. |
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Aquarellmalerei |
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Aquarellmalerei (von lat.: aqua
= "Wasser") ist eine Maltechnik, bei der die
aus mit einem wasserlöslichen Bindemittel (Gummi
arabicum) und Farbpigmenten bestehenden lasierenden Farben
mit Wasser verdünnt und mit einem Haarpinsel auf
Papier, Pergament oder Elfenbein aufgetragen werden. Durch
die Anwendung mit viel Wasser entsteht ein leicht wirkendes
und 'ruhiges' Gemälde. Nasse Farben kann man ineinander
fließen lassen, wodurch weiche Farbverläufe
entstehen.
Die Aquarellmalerei wurde schon sehr früh angewandt,
aber vor allem im ausgehenden Mittelalter durch Kolorierung
von Holzschnitten für Einblattdruck entwickelt. Einer
der Hauptmeister in der Aquarellmalerei war Dürer.
Die neuzeitlich reine Aquarelltechnik förderten vor
allem William Turner und die englische Water Colour Societies. |
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Zeichnung |
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Eine Zeichnung ist ein mit der
Hand oder mit Hilfsgeräten angefertigtes Bild. Im
Unterschied zur Malerei verwendet ein Zeichner vorgegebene
Farben, die nicht vor dem Auftragen zusammengemischt werden.
Der Eindruck von Mischfarben kann allerdings durch das
Verwischen oder Übereinanderzeichnen verschiedenfarbiger
Linien erreicht werden. Durch die Technik der Schraffur
kann ebenso bei Verwendung dünn zeichnender Werkzeuge
ein flächiger und räumlicher Bildeindruck erweckt
werden.
Beliebte Werkzeuge zum Zeichnen sind Bleistifte, Pastellkreiden,
Zeichenkohle, Buntstifte, Tuschefedern und Pinsel.
Bei manchen künstlerischen Techniken ist umstritten,
ob sie zur Zeichnung oder zur Malerei gerechnet werden
sollen. Dazu gehört das Pastell, denn obwohl hier
mit Kreidestiften gearbeitet wird, ist der Eindruck eines
fertigen Pastells meist eher der eines Gemäldes als
einer Zeichnung. Auch das Aquarell wurde früher zur
Zeichnung gerechnet, heute dagegen zur Malerei.
Oft wird fälschlich angenommen, dass als Kriterium
für die Zeichnung gälte, dass nur wenige Farben
verwendet werden, dass das Bild aus Linien zusammengesetzt
wird, dass diese Linien obendrein im fertigen Bild erkennbar
sind, und/oder dass der Untergrund der Zeichnung nur zu
einem kleinen Teil von Pigment überdeckt wird. Obwohl
diese Eigenschaften auf die meisten Zeichnungen zutreffen,
sind sie allerdings ebenso bei vielen Gemälden der
Fall. |
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Pastellmalerei |
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Bei der Pastellmalerei werden
Pigmente im Idealfall ohne Bindemittel auf den Malgrund
aufgetragen. Dort haften sie aufgrund der Adhäsion*1.
Der Malgrund muss deshalb etwas rau sein. Die Haftung
der Pigmente ist schwach, deshalb sind Pastelle sehr empfindlich.
Sie verwischen leicht und können schon bei Bewegungen
Pigmente verlieren.
Um die Haftung der Pigmente auf den Malgrund zu erhöhen
werden Pastelle manchmal mit einem Fixativ (einem stark
verdünnten Firnis) behandelt. Fixative verändern
allerdings den optischen Eindruck der Pastelle. Im Allgemeinen
werden wertvolle Pastelle verglast, um eine Berührung
der Oberfläche zu vermeiden.
Pastelle wirken optisch wie die reinen Pigmentpulver,
das heißt, sie reflektieren das Oberflächenlicht.
Diese Wirkung kann durch den Auftrag des Fixativs zerstört
werden. Denn wenn die Pigmente vom Bindemittel umschlossen
werden, tritt derselbe optische Effekt ein, der auftritt,
wenn man Pigmentpulver nass macht.
Gemalt wird entweder direkt mit Pigmenten, die mit Pinseln
aufgetragen werden, oder mit Pastellstiften bzw. Pastellkreiden.
Pastellfarben lassen sich schlecht mischen, ein Auftrag
der 2. Farbe verschiebt häufig die erste oder haftet
nicht mehr am Untergrund an. Deshalb werden die Farben
vorgemischt und als Farbstifte verwendet. Schon kleine
Pastellkreidensätze umfassen mehrere Dutzend Stifte,
große mehrere Hundert.
Um die Pigmente in Stiftform zu bekommen, wird den Pigmenten
Bindemittel zugegeben. Diese Bindemittel binden allerdings
nicht die Pigmente auf den Malgrund! Die in Stiften verwendeten
Bindemittel hängen von den Pigmenten ab, die gleichen
Bindemittel ergeben bei unterschiedlichen Pigmenten verschieden
harte Stifte. Als Bindemittel verwendet werden u.a. Haferschleim,
Leim, Gelatine, Gummi arabicum, Tragantgummi, verdünnte
Tempera - Emulsionen, Seifenwasser oder abgerahmte Milch.
Um Einfluss auf die Härte der Stifte zu nehmen werden
ebenso Honig und Kandiszucker den Stiften beigemengt.
Die Hochzeit der Pastellmalerei lag im 17. und 18. Jahrhundert
(in Dresden z.B. hängen im Zwinger viele barocke
Pastelle). Pastellmalerei wird bis heute, häufig
in Mischung mit anderen Techniken wie Tempera oder Gouache
eingesetzt. |
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Im Bereich der Klebstoffe versteht man unter Adhäsion
die Gesetzmäßigkeiten der Haftung von Klebschichten
an den Fügeteiloberflächen. Die Vorgänge
bei der Adhäsion sind obendrein nicht vollständig
aufgeklärt. Sie gestalten sich besonders schwierig,
weil die Abhängigkeiten unter den Klebstoffsystemen
und den verschiedenen Fügeteiloberflächen sehr
komplex sind. |
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Tempera |
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Mit Tempera werden Farben bezeichnet,
deren Pigmente mit einem Bindemittel aus einer Wasser-Öl-Emulsion
gebunden werden. Als wässrigen Anteil der Emulsion
enthalten Temperafarben ebenso Leime. Aus Marketinggründen
bezeichnen Farbhersteller heute allerdings ebenso leimgebundene
Farben ohne Ölanteil als "Tempera", die
korrekte Bezeichnung für diese Farben wäre allerdings
"Gouache", von italienisch quazzo, "Wasserpfütze".
Echte Temperafarben sind als fertige Tubefarben selten
im Handel, da sie sehr leicht verderben und nur unter
starkem Einsatz von Konservierungsmitteln begrenzt haltbar
gemacht werden können. (Das gilt besonders für
Kaseintempera) Im Normalfall stellt man sich deshalb die
Farben aus Pigmenten und der Emulsion selbst her.
Tempera wird nach der Art des wässrigen Emulsionsanteils
unterschieden in zum Beispiel Kasein-,
Ei-, Stärke- oder (Wachs-) Seifentempera. In der
Kunst wird und wurde überwiegend die Ei- beziehungsweise
Kaseintempera benutzt. Als ölige Phase kommen trocknende
Öle (Lein-, Walnuss- und Sonnenblumenöl), deren
Standöle, die aus diesen hergestellten Lacke, Alkydharzlösungen,
Harzlösungen, Terpentine und Wachs zum Einsatz. Weitere
Zuschlagstoffe, die allerdings wegen ihrer maltechnischen
Eigenschaften hoch umstritten sind, sind zum Beispiel
Honig und Seife, um die Emulgierbarkeit zu erhöhen.
Eine grundsätzliche Unterscheidung ist die unter
fetter und magerer Tempera. Alle Temperaarten können
entweder fett oder mager angerieben werden. Bei fetter
Tempera überwiegt Öl in der Bindemittelemulsion,
das heißt, winzige wässrige Leimkügelchen
schwimmen im Öl. Bei der mageren Tempera schwimmen
Ölkügelchen in wässrigen Leim. Nach dem
Verdunsten des Wassers der Emulsion bleibt bei fetter
Tempera ein Ölfilm mit Löchern an den Stellen
zurück, an denen das Wasser war. Bei magerer Tempera
verbleiben kleine Ölkügelchen auf dem Bildträger.
Malmittel für fette Tempera ist deshalb ebenso Öl,
für magere Tempera Wasser.
Temperafarben "trocknen" im Vergleich zu Ölfarben
relativ rasch. Trocknen in Anführungszeichen, weil
die Farben wohl nach dem Verdunsten des Wassers zum Teil
noch einmal überarbeitet werden können, aber
wie Ölfarben erst abbinden müssen. Das nach
dem Verdunsten des Wassers zurückgebliebene Öl
muss oxidieren, um die Pigmente binden zu können.
Das geschieht schneller als bei Ölfarben, da die
Oberfläche des Ölnetzes beziehungsweise der
Ölkügelchen größer ist als bei dem
geschlossenen Ölfilm der Ölfarben.
Magere Tempera ist deshalb nach dem Verdunsten des Wassers
trocken und weiter überarbeitbar, fette verhält
sich dagegen eher wie Ölfarben, bleibt also länger
"nass".
Der größte technische Vorteil der Temperamalerei
ist die Alterungsbeständigkeit und die schnelle Trocknung.
Risse, die bei Ölfarben zwangsläufig auftreten,
sind bei Temperamalerei selten. Der Grund für die
Rissbildung bei Ölfarben liegt in der Ausdehnung
des Öls, wenn dieses oxidiert. Bei Temperafarben
bleibt diese Volumenzunahme des Öls folgenlos, das
oxidierte Öl dehnt sich in die Hohlräume aus,
die das verdunstete Wasser zurückgelassen hat.
Die Temperamalerei ist schwieriger als Ölmalerei
und verlangt vom Maler größeres technisches
Wissen und ebenso malerische Erfahrung. Bei Eitempera
erfolgt der Farbauftrag durch "Stricheln" und
in mehreren Schichten. Das ist zeit- und arbeitsaufwendig,
sanfte unmerkliche Farbübergänge sind schwer
zu erzielen. Ölfarben erlauben dagegen, die Farben
ineinander zu vertreiben und dadurch sanftere Übergänge
zu schaffen.
Ein zusätzlicher Nachteil ist die optische Veränderung
der Farben beim Malen. Während die Ölfarben
beim Malen fast genau so aussehen wie im getrockneten
Zustand ändert sich die Tempera stärker. Nach
dem Verdunsten des Wassers wirken die Farben kräftiger,
magere Tempera erscheint pudrig, pastellig und ändert
sich beim Firnissen stark (ähnlich wie Pastellkreiden).
Diese Änderungen hängen stark von der Art der
verwendeten Tempera ab, fette verhält sich anders
als magere, Kaseintempera anders als Eitempera. Eitemperabilder
wurden zum Beispiel der Sonne ausgesetzt, damit die Eigenfarbe
des Eigelbs ausbleicht. Das erforderte Erfahrung des Malers,
er konnte nicht einfach malen, was er sah. Das Problem
tritt übrigens ebenso bei Acrylfarben auf, das Acrylbindemittel
ist trübe mit einem Stich ins Bläuliche, erst
mit dem Trocknen wird es klar. Acryl- und Temperafarben
wirken deshalb nach dem Trocknen viel "sauberer".
Außerdem gilt für viele Tempera-Arten, dass
die Farbe spröde ist, das heißt, die Farben
sind nur sehr bedingt auf flexiblen Bildträgern wie
Leinwänden zu nutzen. Bei Kasein- beziehungsweise
Quarktempera können zusätzlich hohe Oberflächenspannungen
entstehen, die zum Beispiel ausreichen, Bildträger
(zum Beispiel aus Holz) zu verziehen.
Ein zusätzlicher Nachteil ist die kleine Haltbarkeit
der fertigen Emulsion. Die Farben verderben sehr rasch
und müssen deshalb knapp vor der Verarbeitung angerieben
und können kaum gelagert werden. (Im 16. Jahrhundert
gab es keine Kühlschränke und wenige Konservierungsmittel) |
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